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Örtliche Militärische Flugsicherung 2018-03-04T13:12:49+00:00

Örtliche Militärische Flugsicherung (öMilFS)

Welche militärischen FVK-Dienste werden angeboten?

Militärische Flugplatzkontrolle (TWR)
Fast alle Dienste, welche auch an einem zivilen Flugplatz/Flughafen angeboten werden.

Die größten Unterschiede sind:

  • I.d.R. keine ATIS an rein militärischen Flugplätzen (Fluglotse informiert auf Anfrage)
  • Bei Formationen wird nur mit dem Flight Lead (#1) gesprochen. Sämtliche Freigaben gelten für die gesamte Formation
  • Bei IFR-Clearances das Clearance Limit beachten. Wenn aus dem Flugplan ersichtlich ist, dass es zwecks Training in ein militärisches Übungsgebiet gehen soll, kann man (je nach Route im Flugplan) die Area selbst (z.B. TRA202) als Clearance Limit verwenden. Hier heißt es dann z.B.: „RAZOR21, cleared to TRA202 via NN125 departure route, flight planned route, climb FL230, squawk 6160
  • Transpondercodes (Mode 3/A) hängen vom Zweck ab
    • VFR von GND bis FL100: 0033
    • IFR Flugplatzbezogen gem. Aerodrome Chart (siehe CENOR FLIP)
  • Oftmals keine Rollwegbezeichnungen an rein militärischen Flugplätzen. Rollfreigaben enthalten somit keine Rollwegbezeichnungen. Es heißt dann z.B.: „RAZOR21, taxi Last Chance runway 25
  • In der Nähe des Holding point gibt es eine sog. „Last Chance“. Kampfflugzeuge rollen i.d.R. zur Last Chance und nicht zum Holding point. Auf der Last Chance folgt dann die Before Takeoff Inspection und später das Departure Briefing auf dem Intra-Flight Communication Channel. Transportflugzeuge (z.B. A400M) bekommen ganz normal den Holding point
  • Bei militärischem Flugverkehr wird oftmals mit Channels gearbeitet. Jeder Flugplatz hat feste Channel definiert, hinter welchen bestimmte Frequenzen stehen. Somit muss nicht immer die Frequenz genannt werden. So heißt es z.B.: „RAZOR21, wind 220 degrees, 6 knots, runway 25 cleared for takeoff, when airborne channel 16
  • Es gibt neben den klassischen Standard Instrument Departures (SIDs) auch sog. Operational Instrument Departures (OIDs). Diese haben i.d.R. keinen eigenen Punkt an welchem die Abflugroute endet, sondern enden „as cleared by ATC“, werden aber wie eine normale SID in der IFR-Clearance freigegeben
  • Bei anfliegenden Maschinen (IFR) gibt es nicht wirklich viel zu beachten. I.d.R. wird der Tacan Approach (ähnl. wie ein ziviler VOR/DME Appr.) geflogen. Hier erhältst du die Maschinen ganz normal, sobald sie im Endanflug („on final“) sind. Beim Surveillance Radar Approach, sowie beim Precision Approach Radar Approach, übermittelst du dem Approach die Landefreigabe, welche dieser wiederum an den Piloten weiterleitet (relay), sodass der Pilot, sofern es die Sichtverhältnisse erfordern, bis zur DA(H) oder MDA(H) beim Approach auf der Frequenz bleiben kann
  • Bei anfliegendem VFR-Verkehr einfach direkt nach den Absichten bzw. dem gewünschten Anflugverfahren fragen. Bei ankommenden Formationen i.d.R. den Overhead approach freigeben (z.B.: „RAZOR21, direct Initial 25, thereafter overhead approach, report initial„). So sind die Maschinen bis ins Final freigegeben. Sobald der Flight Lead das Intial reported sagst du: „Report base gear down“ und dort kannst du dann jeden einzelnen Flight Member separat nach den Absichten fragen. Kann ja sein das z.B. der Flight Lead landen will, die #2 nochmal ein Touch and Go macht, die #3 ein Low Approach und die #4 auch landen will (nur ein Beispiel, denn sowas kommt in der Form eigtl nicht vor). Wenn man nur ne 2-ship formation hat, kann diese (sofern sie keinen split will und das Wetter passt) auch eine Formation landing requesten. Beide landen quasi zeitgleich. Einer auf der Cold Side (die Seite, von der direkt vacated wird) und der andere auf der Hot Side (die, von der man fürs vacaten erst die andere Hälfte crossen muss). Das machen die aber untereinander aus. Bei einzelnen Maschinen (single ship) ganz normal wie zivil (z.B. straight in approach oder traffic pattern, wobei man bei Kampfflugzeugen von einer „closed pattern“ spricht)
  • Für platzfremde Piloten gibt es an militärischen Flugplätzen ein Follow-Me Car. Man kann aber auch einfach ne Wegbeschreibung geben oder „taxi to shelter of choice“
Militärische Anflugkontrolle (APP)
Fast alle Dienste, welche auch an einem zivilen Flugplatz/Flughafen angeboten werden.

Die größten Unterschiede sind:

  • alle bereits oben (TWR-spezifisch) gennanten, sowie:
  • Operational Instrument Departures (OIDs) enden wie bereits weiter oben erwähnt „as cleared by ATC“. Bei solchen Abflugverfahren den Piloten einfach frühzeitig entsprechend den Erfordernissen freigeben (z.B. „Razor21 proceed direct VALAR, thereafter flight planned route, climb FL260“)
  • Bei anfliegenden Maschinen (IFR) nicht aus der Ruhe bringen lassen. Einfach direkt nach den Absichten bzw. dem gewünschten Anflugverfahren fragen. I.d.R. wird es der TACAN Approach (vom Prinzip ein normaler Non-Precision Approach wie z.B. ein VOR/DME Approach). Hier einfach „Cleared for TACAN Approach Runway XX, report passing Intitial Approach Fix“ und später „report Final Approach Fix Gear down
  • Es gäbe allerdings (je nach Wetterverhältnissen bzw. Wunsch des Piloten) noch den Surveillance Radar Approach (SRA) und den Precision Approach Radar Approach (PAR Approach). Bei ersterem handelt es sich um einen Non-Precision Approach, bei welchem man den Piloten in der Draufsicht (top view) sieht und ihn lateral mittels Air Sureveillance Radar (ASR) unterstützt. Es fehlt jedoch die Gleitpfadkomponente. Beim PAR Approach handelt es sich um einen Precision Approach (entsprechend niedrige DH(A)). Hier unterstützt man den Piloten lateral und vertikal. Bei beiden Anflugarten holst du dir die Landefreigabe vom Tower und leitest diese weiter an den Piloten
  • Innerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Approach wird noch sog. RAFIS (Radar Assisted Flight Information Service) für VFR angeboten. Hierbei handelt es sich im Grunde um ganz unspektakuläre Infos wie z.B. Radar Traffic Informationen, Ausweichempfehlungen und navigatorische Unterstützung (on request). Für RAFIS einfach eine 7 am Ende des Mode 3/A zuweisen (z.B. XXX7). Beispiel:
    • PILOT: „Donau Radar, Razor21 flight, two ship Eurofighter, VFR, currently 10 miles north of Neuburg at 1500 AGL, request radar assisted flight information service
    • APP: „Razor21 flight, Donau Radar, for identification squawk 4227, QNH 1000
    • PILOT: „Squawk 4227, QNH 1000, Razor21 flight
    • APP: „Razor21 flight, identified 10 miles north of Neuburg at 3200 ft, radar assisted flight information service, maintain VMC