Mission briefing für Practice Intercepts über der Nordsee (Beispiel)

Mission Briefing

„Practice Intercepts über der Nordsee“

Willkommen beim Mission Briefing. Lass uns direkt loslegen.

Grob zusammengefasst geht es von Wittmundhafen aus in einer Zweierformation in Extended trail als Razor 11 Flight in ein Trainingsgebiet über der Nordsee für mehrere „Practice Intercepts“ (sog. Tango Scramble). Die Intercepts werden vom CRC Loneship (VHF 132.775) im Rahmen eines Ground Controlled Intercept (GCI) in Koordination mit Bremen Radar controlled und überwacht. Geplant sind min. 2 Setups, um die Rollen einmal durchtauschen zu können. Gesamtdauer in der Area etwa 1 Stunde.


Wir starten von der „Zwo Sechs“, verlassen die Kontrollzone VFR auf Runway track nach Westen zum STPT 1 und gehen mit anfänglich 10° NH hoch auf FL240. Kurz vor STPT 1 right turn nach Norden in die Area. Auf diesem Track dann ggf. mit Unrestricted climb (quasi senkrecht nach oben). Loneship gibt dann wie gewohnt den Charlie Crossing on present heading climbing FL240 frei, für den Fall, dass wir schon vor der Area über FL100 kommen. Ansonsten gibt es direkt die Freigabe für die Area.

Sobald wir in der Area und ready sind, geben wir Loneship bescheid. Ansonsten wird Loneship uns wie gewohnt fragen. Danach geht es weiter according to GCI checklist.

Nach termination ganz am Ende nach dem letzten Setup machen wir nen Rejoin und gehen RTB. In der Area auf dem Weg zum Exit point bereits runter, sodass wir spätestens bei STPT 4 (außerhalb der Area) die 1500 ft für den Approach haben. Es folgt ein straight-in approach mit anschließendem Overhead approach auf die „Zwo Sechs“.


Transponder Mode 3 am Anfang ganz normal VFR 0033 und später in der Area gem. Anweisung von Loneship.

Unser primary Navaid ist Wittmund Tacan auf Channel 82X auf der 113.50. Secondary ist Nordholz auf Channel 118X auf der 117.10. Primary Alternate ist Nordholz knapp 40nm nordöstlich von Wittmund. Dann hätten wir als Emergency divert airfield along the route noch Schleswig.

Nochmal zur Area selbst. Wir nutzen mehrere zusammenhängend aktive Gefahrengebiete. Das wären ED-D 100, ED-D 100A, ED-D 100B, ED-D 41A, ED-D 41B, ED-D 44, ED-D 46. In der Kombination nennen wir die Area „Area North Sea“. Da es sich um Gefahrengebiete handelt, sind diese auch bei Aktivierung nicht gesperrt, weshalb speziell auf niedrigeren Höhen unter FL100 auf VFR-Verkehr geachtet werden muss. In der Regel haben wir aber unsere Ruhe. Loneship gibt uns die traffic infos. Wir bleiben zwischen FL200 und FL300, wobei das Ausgangslevel bei jedem Setup immer bei FL240 liegt.

Cruise speed default 330 KIAS. Joker liegt bei 3000 lbs und Bingo bei 2500.

Loadout für die Trainingsmission ist clean. Ggf. external tanks, aber sonst nichts. Auch kein ACMI.

NOTAMs gibt es keine die für uns wichtig wären.

Beispielflugplan sieht wie folgt aus. Bitte entsprechend anpassen (Maschine, Datum, Uhrzeiten etc.):

(FPL-RAZOR11-VM
-2/EUFI/M-ITUV/S
-ETNT0600
-N0420F240 DCT
-ETNT0130 ETMN
-OPR/GAF REG/KNOWN RMK/OAT ROUTE VFR FL240 VIA WTM 5329N00717E 5346N00717E AREA NORTH SEA FM FL200 TO FL300 PI WITH RAZOR12 5351N00749E HEIGHT1500 5343N00808E WTM FFLT RAZOR11 RAZOR12 FFLTEND EET COAST OUT HAGERMARSCH 0005 EET COAST IN HOOKSIEL 0115 FUEL0330 POB2 DOF/180820 ORGN/ETNTZPZX)

Charts

Glossar

Begriff Beschreibung
Extended Trail (Absatz 2, Satz 1) Wingman folgt Lead auf Sicht auf six o’clock zwischen 500ft (150m) und 1500ft (450m) leicht unterhalb der Höhe des Lead
CRC Loneship (Absatz 3, Satz 2) Militärische Radarposition innerhalb der Bremen FIR, welche ausschließlich für militärischen Flugverkehr zuständig ist. Diese Position darf derzeit nur nach Freigabe durch DE-SOC besetzt werden.
Setups (Absatz 2, Satz 3) Einer von ggf. mehreren Teilen einer Trainingsmission, bei welchen Rollen temporär zugewiesen werden. Beim GCI gibt es pro Setup die beiden Rollen „Interceptor“ und „Target“
STPT Steerpoint (anderes Wort für Waypoint)
10° NH (Absatz 3, Satz 1) 10° Nose High Attitude
Unrestricted Climb (Absatz 3, Satz 2) Bei einem Unrestricted Climb darf ohne Steigratenbegrenzung gestiegen werden. In der Praxis meist eine Art vertical climb. Nur nach Freigabe durch ATC oder CRC und nur, wenn dadurch kein anderes Luftfahrzeug gefährdet wird
Termination (Absatz 5, Satz 1) Beendigung eines Setups
Rejoin (Absatz 5, Satz 1) Rückkehr zur Formation
RTB (Absatz 5, Satz 1) Return to Base (Rückkehr zum Flugplatz)
Overhead Approach (Absatz 5, Satz 3) Ein Verfahren, welches benutzt wird, um eine Formation im Anflug zu splitten. Hierbei wird auf 1500 ft AGL mit 300 – 350 KIAS straight-in auf die Piste zugeflogen (vom Initial kommend). Über der Piste erfolgt dann an einem pre-briefed Punkt der „Break turn“ auf 1500 ft AGL mit 60° AOB nach links oder rechts (je nach Local Operating Procedures). In Wittmundhafen nach links. Bei 60° AOB und FPM auf 0 ergibt sich automatisch eine G-Zahl von 2 bis 3. Im Downwind speed runter auf 200 – 250 KIAS und Fahrwerk raus. Noch immer auf 1500 ft AGL. Am sog. „perch point“ (45° zur Pistenschwelle) erfolgt der base turn mit 30° AOB und bis zu 1500 FPM Sinkflug. Danach die Landung.
Transponder Mode 3 (Absatz 6, Satz 1) Mit dem allseits bekannten „Squawk code“ ist in der Zivilluftfahrt der Mode A gemeint. Meist in Kombination mit Mode C (sobald in der Luft). In der militärischen Luftfahrt nennt man diesen Transponder Mode „Mode 3“. Ab und zu auch als „Mode 3/A“ abgekürzt
Joker (Absatz 9, Satz 2) Ein genau berechneter fuel state (Kraftstoffmenge), bei welchem langsam aber sicher eine Termination des aktuellen Setups und ein Rejoin zwecks RTB erfolgen sollte
Bingo (Absatz 9, Satz 2) Ein fuel state (Kraftstoffmenge), bei welchem sofort die Rückkehr zur Airbase erfolgen muss. Bingo ergibt sich aus der Strecke von der Area zurück zur Base über die geplante Route inkl. einem Auffschlag (Puffer)
Loadout (Absatz 10, Satz 1) Was wir mitführen (z.B. Bewaffnung, Jammer, Targeting Pod, Außentanks etc.)
ACMI (Absatz 10, Satz 3) Air Combat Maneuvering Instrumentation. Ein Verfahren, bei welchem mittels Sensoren und Computer an allen teilnehmenden Flugzeugen (welche miteinander kommunizieren) z.B. Beschuss simuliert werden kann
By Tobias Eckert|2018-08-26T13:16:03+00:00August 24th, 2018|Special Operations|0 Comments