LV-Übungsschutzflüge (Tango Scr.) über Belgien am Onlineday am 19.09.17

Am gestrigen Onlineday fanden mehrere Übungsanfangeinsätze (Practice Intercepts) im belgischen Luftraum statt. Wir testen seit mehreren Tagen (mit diversen militärtaktischen Verfahren) die neu eingerichtete belgische military radar facility „Belga Radar“. Handelt sich um eine „military all-in-one radar facility“ ähnl. wie bei den 3 deutschen CRCs.

Das war bereits die zweite Session innerhalb kurzer Zeit. Jedesmal um die 5-6 Teilnehmer (i.d.R. je als 2-ship formation). Die Sessions wurden aber beide Male nicht vorher angekündigt, da wir derzeit noch die zivil-militärische Koordination testen. Das hat aber ausnahmsweise mal nix mit dem HQ SO Trainings- und Prüfungssystem zu tun (an welchem wir dennoch unverändert unaufhaltsam in Vollzeit arbeiten). Das hier is ein Projekt des belgeischen (divisional) Special Operations Department. Der beglische „Amtskollege“ is mittlerweile selbst (in zusätzlicher Funktion) im HQ SO Dep. Da unterstützt man sich dann selbstverständlich auch auf divisional level :).

Solche Sessions werden sich jetzt mehr und mehr häufen, da die Einführung des HQ SO Trainings- und Prüfungssystems ivao-weit bereits in greifbare Nähe rückt und alle Beteiligten aus dem HQ SO Senior Staff (welche i.d.R. in der jeweils eigenen Division als SOC oder SOAC eingesetzt sind) langsam aber sicher die standardisierten Verfahren auf Divisionsebene testen (mit deren eigenen (sofern vorhanden) militärischen radar positions). In der Realität findet solche Practice Intercepts fast täglich statt. In Deutschland i.d.R. unterstützt durch die GFD.

Im gestrigen Fall bin ich mit ner 2-ship (2x Eurofighter) aus Nörvenich IFR raus Richtung belgischen Luftraum (bei runway 25 quasi straight ahead). Zwei weitere Maschinen (ebenfalls Nörvenich) mussten aufgrund technischer Probleme (hatte damit zu tun, dass alle Beteiligten (FSX/P3D) in einer großen Multiplayersession fliegen und zusätzlich zu IVAO verbunden sind, aber einer FS9 benutzt hat und wir hier Schwierigkeiten hatten) nach einstündiger Verzögerung schließlich abbrechen. Nix Neues bei den Eurofightern  :-\ :P ;D

Danke nochmal an den Kölner Approacher (Langen Radar). War zwar nur ein kurzes Vergnügen, jedoch einwandfreier Service. Gerne wieder. Danach gehts für den Check in (an der Grenze) direkt auf die militärische Frequenz von Belga Radar. Man fliegt (gem. Flugplan) IFR in die geplante Area. Beim Einflug in die eigentliche Area gibts vom radar controller ne Statusinfo bzgl der Area (Zustand, Altude Block, aktive sub-areas, anderer übender Verkehr etc.). Dann spricht man sich noch untereinander (intra-flight und intra-package comms) ab und informiert dann den radar controller bzgl. des Vorhabens. Is in den meisten Fällen mit dem military radar controller abgesprochen, da dieser dem Briefing beiwohnt oder Kopien der Mission Data Cards bekommt. Basierend auf denen kann er sich dann vorbereiten. Dann folgt quasi ein standardisiertes Verfahren (in dem Fall ein Ground Controlled Intercept gem. STANAG). Das und noch vieles vieles mehr is Teil des HQ SO Trainings- und Prüfungssystems. Dort wird dann wirklich alles von A bis Z vermittelt. Ohne Vorwissen vom Anfänger zum absoluten Profi :). Man darf gespannt sein ;)

Meine #2 ist hier leider nicht zu sehen, da ich sie in die sog. „extended trail“ position gepackt hab. Das is zwischen 500 und 1500ft (150 und 450m) hinter dem Lead

Hier bereits mitten im ersten „Setup“. Wir (meine #2 und ich) haben im ersten Setup die Rolle des Interceptor (QRA flight) übernommen (role assignment übernimmt der controller). Hab hier bereits das target (bogey) mit dem eigenen Radar (Puls-Doppler) aufgeschaltet (tracked)

Hier bereits „tally on bogey“. Das abzufangende Lfz geht hier gerade mit einer Rechtskurve in den Sinkflug. Sieht mit contrails schon echt beeindruckend aus

Luftbetankung an einer KC-135 (mit BDA) zwischen den Setups

Hier im Anflug auf Florennes (EBFS) im Rahmen eines „task intervention into Florennes“. Wir (als QRA) haben in dem Fall (im letzten Setup) das abgefangene Lfz zu einer Landung in Florennes gezwungen bzw. die Maschine dorthin begleitet. Die Kommunikation mit dem abgefangenen Lfz findet dann je nach Situation entweder auf einer Frequenz statt oder mit standardisierten Signalen (AIP-> Interception of civil aircraft)

P.S.: Nicht wundern. Obwohl mehrfach von EUFI die Rede ist, bin ich tatsächlich mit der VRS F/A-18E Superbug (mit TacPack) geflogen, da das derzeit einfach das Nonplusultra ist

By Tobias Eckert|2018-08-26T20:02:01+00:00August 26th, 2018|Special Operations|0 Comments